Wenn der Rücken peinigende Schmerzen verursacht, ist eine Massagebehandlung eine gute Möglichkeit, Abhilfe zu schaffen. Bei der Wahl des Masseurs ist jedoch Vorsicht geboten: Eine Behandlung, die Rückenschmerzen dauerhaft lindern kann, gibt es nur bei einem ausgebildeten Physiotherapeuten. Derartige Fachkräfte sind in Wellness- und Fitnessstudios eher selten anzutreffen – es sei denn, das fragliche Studio ist an eine Physiotherapie-Praxis angeschlossen.

Zur Behandlung von Rückenschmerzen stehen verschiedene Therapieformen zur Verfügung. Jede von ihnen hat ihre Vorzüge und Nachteile. Zu beachten ist ausserdem, dass nicht jede Behandlung für jeden Patienten geeignet ist. Jede Therapieform muss individuell, auch bei gleichen Krankheitsbildern, der jeweiligen Situation angepasst werden. Nachfolgend geben wir einen Überblick über die effektivsten Behandlungsmöglichkeiten bei Rückenproblemen. 

Klassische Massage 

Die am weitesten verbreitete Massageform, die bei Rückenschmerzen angewendet wird, ist die klassische Massage (auch: schwedische Massage). Durch verschiedene Handgriffe wie Rollungen, Zirkelungen, Knetungen, Klopfungen und Streichungen wird das Gewebe gelockert. Durch das Ausüben von Druck und Zug wird ausserdem eine beruhigende Wirkung auf das Nervensystem des Massierten erreicht. Muskelhärten (Myogelosen) werden durch den Masseur lokalisiert und beseitigt. 

Eine einzelne Massage kann bereits eine spürbare Verringerung der Schmerzen bewirken. Um den grösstmöglichen Effekt zu erzielen, ist es jedoch ratsam, eine Serie von mehreren Behandlungen zu absolvieren. Je nach Patient und Krankheitsbild kann eine Behandlungsfrequenz von zwei, drei oder auch fünf Massagen pro Woche sinnvoll sein. 

Bindegewebsmassage

Die Bindegewebsmassage (auch: subkutane Reflextherapie) ist eine Behandlungsform, die der Kategorie der Reflexzonenmassagen zuzuordnen ist. Hierbei handelt es sich um eine manuelle Reiztherapie, die auf einer Strich- und Zugtechnik basiert und am Rücken ansetzt. Das zugrundeliegende Konzept beruht auf der Erkenntnis, das die Massagebehandlung nicht nur lokal wirkt, sondern auch über Reflexe eine Wirkung auf Gefässe, Organe und den Bewegungsapparat des Massierten entfalten kann. Das Ziel besteht in einer Entspannung des massierten Bindegewebes und der Muskulatur sowie in einer verbesserten Nährstoffversorgung der Organe.

Akupunkt-Meridianmassage 

Die Akupunkt-Meridianmassage (kurz: AMM) ist ein Behandlungsverfahren aus dem Bereich der Alternativmedizin, das Elemente der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) und der manuellen Massage miteinander verbindet. Das Ziel besteht darin, den gestörten Energiefluss des Körpers wieder ins Lot zu bringen. Der Therapeut identifiziert zunächst Störfelder wie Narben, statische Probleme der Wirbelsäule oder verheilte Knochenbrüche und wirkt dann mithilfe eines Metallstäbchens auf die Meridiane und die Akupunkturpunkte des Patienten ein.

Wie viele alternativmedizinische Verfahren kann auch die Akupunkt-Meridianmassage gegen eine Vielzahl anderer Krankheiten (z.B. Atemwegserkrankungen, Migräne und Magen-Darm-Beschwerden) eingesetzt werden. Bisweilen treten Nebeneffekte wie Kopfschmerzen, Übelkeit und Schwindel auf. Die Befürworter dieser Behandlungsform werten solche Reaktionen als Zeichen dafür, dass der Patient auf die Behandlung anspricht.

Segmentmassage

Die Segmentmassage gehört zur Kategorie der Bindegewebsmassagen und wird in der Regel als Naturheilverfahren therapiebegleitend durchgeführt. Wie die Bezeichnung vermuten lässt, handelt es sich bei dieser Massageform um eine Behandlung einzelner Körpersegmente, die in reflektorischer Verbindung zu den Organen des Patienten stehen. Die horizontal angeordneten Segmente wurden von Sir Henry Head (1861– 1940) eingeteilt; man spricht daher auch von 'Headschen Zonen'.

Der Therapeut versucht das Gewebe so zu stimulieren, dass sowohl die Nervenbahnen als auch die durch sie versorgten Organe angeregt werden. Zu diesem Zweck werden Haut, Unterhaut und die Faszien des Patienten behandelt. Der Masseur bearbeitet das Gewebe vor allem mit den Fingern; Massageöle werden bei der Segmentmassage nur bedingt verwendet. Bisweilen wird das Gewebe zwischen den Fingern angehoben und gezogen – eine Segmentmassage kann daher auch unangenehm sein.

 

             

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