Faszienmassagen

  • Faszienmassagen liegen voll im Trend. Immer mehr Menschen kommen mit dem ausdrücklichen Wunsch nach einer solchen Behandlung in ein Massagestudio. Dabei sind Faszienmassagen im Grund genommen nichts Neues: Früher wurde diese Art der Behandlung als 'Bindegewebsmassage' bezeichnet. Dieser Name ist auch heute noch gebräuchlich, doch gerade in der Welt des Sports ist man in den letzten Jahren dazu übergegangen, die griffigere Bezeichnung „Faszienmassage“ zu verwenden. 

    Dies hat ohne Zweifel auch damit zu tun, dass die Faszien mehr Aufmerksamkeit bekommen als je zuvor – nicht zuletzt durch die Arbeit des bekannten Physiotherapeuten Klaus Eder, der unter anderem für die Betreuung der deutschen Fussball-Nationalmannschaft verantwortlich zeichnet. Unlängst wurde der Masseur in den Vereinigten Staaten für seine Leistungen im Bereich der Faszienbehandlung ausgezeichnet – für Europäer eine ausgesprochen seltene Ehre.

    Faszien sind mehr als nur Füllmaterial

    In der Schulmedizin war man lange Zeit der Ansicht, dass das Bindegewebe ausschliesslich als Halte- und Füllmaterial dient. Erst in jüngster Zeit wurde die Forschung auf diesem Gebiet intensiviert. In der Naturheilkunde waren die Faszien dagegen schon immer ein zentrales Thema. Eine Schlüsselrolle spielt in diesem Zusammenhang der sogenannte Pischinger-Raum, der sich zwischen dem Bindegewebe und den Zellen befindet. Das Ziel naturmedizinischer Faszienbehandlungen besteht in der Regel darin, die Zwischenzellflüssigkeit frei von Übersäuerung und Stoffwechselabfällen zu halten.

    Die Faszien bilden eine Struktur, die man sich als dreidimensionales Netz vorstellen kann. Eine gesunde Faszie gleicht einer Damenstrumpfhose und ist sehr flexibel. Wer sich regelmässig und vielseitig bewegt, trägt dazu bei, diese Struktur zu erhalten. Bewegt man sich zu wenig und verwendet permanent die gleichen Haltungen, kommt es zu Verfestigungen und Verfilzungen. Da dies heute in fast allen Berufsgruppen eher die Regel als die Ausnahme ist, verwundert es nicht, dass Faszienmassagen mittlerweile zu den am häufigsten durchgeführten Behandlungen in Massagestudios gehören.

    So läuft eine Faszienmassage ab

    Die Faszienmassage ist eine sogenannte Reiztherapie, bei der insbesondere das Bindegewebe massiert wird. Der Körper soll zur Selbstheilung angeregt werden. Zum Einsatz kommen vor allem Zug- und Strichtechniken, die mit den Ring- und Mittelfingern ausgeführt werden. Der Therapeut konzentriert sich auf den Rücken und arbeitet sich von unten nach oben vor. Es werden sowohl die Haut als auch die Unterhaut und das Fasziengewebe bearbeitet.

    Während der Behandlung sucht der Masseur den Körper des Patienten nach Knoten und Verklebungen ab. Wird er fündig, werden verschiedene Stimulationsmethoden genutzt, um diese zu lösen. Häufig arbeiten auf Faszienbehandlungen spezialisierte Masseure mit schiebenden, knetenden oder dehnenden Massagegriffen. Bisweilen finden auch Hilfsmittel (z.B. Schaumstoffrollen) Verwendung. Eine Sitzung dauert zwischen zehn und dreissig Minuten; anschliessend folgt eine Ruhepause von einer halben Stunde.

    Anwendungsbereiche für die Faszientherapie

    Aus dem Spitzensport sind Faszienbehandlungen nicht mehr wegzudenken. Die heilenden Hände von Spezialisten wie Klaus Eder sind überall gefragt – ob bei Olympischen Spielen, im Daviscup oder beim Triathlon. Bei frischen Verletzungen wirken Faszienbehandlungen oft Wunder: So können Fussballer, die eine Verstauchung des Knöchels erlitten haben, noch auf dem Platz behandelt werden und das Spiel anschliessend fortsetzen. Ausserhalb des Spielfeldes werden Faszienmassagen durchgeführt, um die Leistungsfähigkeit und die Koordination von Sportlern zu verbessern.

    Bei Nichtsportlern werden Faszienmassagen hauptsächlich zur Behandlung akuter und chronischer Beschwerden des Bewegungsapparates vorgenommen. Darüber hinaus können mit Bindegewebsmassagen auch Erkrankungen der inneren Organe behandelt werden. Bei Arthrose und rheumatischen Erkrankungen werden mit Faszienmassagen beachtliche Behandlungserfolge erzielt. In der Prävention dienen Faszienbehandlungen zur Aufrechterhaltung einer gesunden Funktion des Organismus. 

     

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