Rückblick Elbaman vom 27.Sept.2015

Rückblick Elbaman vom 27.Sept.2015

 

Vor gut 4 Wochen hatte ich an der Ironman 70.3 WM ziemlich schlechte Beine und auf dem Rad ging nicht so viel wie erhofft, aber da ich etwas viel am arbeiten und nebenbei noch für eine Weiterbildung am lernen bin war dies klar. Zwischen der WM und dem Elbaman waren entsprechend auch sehr ruhige Wochen was das Training betrifft. Gerade ein oder zweimal hatte ich Zeit auf dem Rennrad zu fahren und ungefähr genau so viel war ich im Wasser schwimmen.

Donnerstag vor dem Rennen war noch bis um 21:30 Arbeiten respektive Training leiten bei mir in der Firma angesagt. Anschliessend fuhren wir aber Richtung Italien und Elba los.

Gegen 02:00 machten wir Pause und schliefen im ActivePeople Camping Bus ein wenig bevor wir Freitags weiter zur Fähre fuhren. Dort setzten wir um 12:00 Richtung Elba über und holten uns die Startnummern. Danach weiter zum Camping, etwas einrichten und noch kurz im Meer mit dem Neoprein „einschwimmen“. Erstaunlich gut ging das Schwimmen, was mich motivierte die Vorfreude auf den Elbaman am Sonntag steigerte.

Früh schlafen und energietanken hiess es am Freitag Abend.

Erholt fuhren wir mit dem Rad noch ein paar KM ein und versuchten nach der doch langen Autofahrt von Donnerstag / Freitag die Beine mit einigen Steigerungsläufen für Sonntag in Gang zu bekommen. Schon hiess es dann auch schon wieder Abendessen und früh schlafen, schliesslich war der Start bereits um 07:00...

 

ELBAMAN, Pre-Race

Am Sonntag morgen war es dann so weit, mein letztes Triathlon rennen in dieser Saison und auf einer wunderbaren Insel mit angenehmen Temperaturen.

Um 04:30 ging der Wecker, aufstehen, frühstücken und schon war ich in der Wechselzone... Startnummer 4, ganz ungewohnt so eine Tiefe Nummer, gleich neben in Italien bekannteren Namen. Wenn die Kamera so um einen Herumschwirrt ist es schon nochmals anders und die Nervosität steigt etwas mehr als sonst.

Wenig später war ich auch schon wieder aus der Wechselzone draussen und am Aufwärmen. Mit den Einlaufen hielt ich mich leider sehr kurz, die Zeit war etwas knapp ohne Einschwimmen ins Meer ist nicht so ideal, also lieber gleich ins Wasser ein paar Meter einschwimmen und sich im noch halbdunkeln an Wasser gewöhnen und frühzeitig in der Startbox eine gute Position sichern..

 

Elbaman, das RACE

Um 06:50 war es dann so weit, wir waren alle an der Startbox und zusammen mit Italienischen und Internationalen Startern war ich in der vordersten Reihe an der Poleposition J

Die Fotografen und Kameraleute sind nochmals auf der Rund drei Meter grossen Fläche zwischen der Startlinie und dem Meer durchgelaufen und haben uns „abgelichtet“ und schon hiess es noch 30Sekunden bis zum Start.

Hochkonzentriert wartete ich auf den Startschuss und rannte mit allen Athleten die auf der Langdistanz unterwegs waren beim Knall los ins Wasser und im knietiefen Wasser mit Delphinsprüngen noch etwas weiter um möglichst gut positioniert zu sein auf der Schwimmstrecke. Auf dem ersten 300m kassierte ich irgendwie noch einen netten Ellenbogen der mir die Brille ins Auge drückte (gab eine schöne Schramme neben dem Auge) und ich sie neu richten musste. Dadurch habe ich den Anschluss an der ersten Schwimmgruppe, bestehend aus ca.7 Athleten, nicht ganz erwischt. Diese war vermutlich aber e zu fix für mein Pace unterwegs. Das 2. Grüppchen durfte ich dafür anführen, keiner wollte das Tempo angeben, also durfte oder musst ich den Pace angeben. Auf dem Dreiecks Kurs den wir 2mal absolvierten hatte es etwas Strömung und Wellen wodurch es gar nicht so einfach war sauber die Richtung zu behalten. Kurz nach der ersten Runde hat sich dann doch einer begnügt mal nach vorne zu gehen, kaum hatten wir aber den Abstecher ans Land gemacht und waren auf der 2. Runde musste ich wieder für einen Pace sorgen bis so 300m vor dem Schwimmende. Da hatte plötzlich jeder das Gefühl, dass er schnell noch nach vorne müsse, schliesslich will man sich ja den Zuschauern präsentieren LOL

Nach etwas über eine Stunde kam ich um den 12. Platz aus dem Wasser und war eigentlich sehr zufrieden mit meiner Zeit, schwimmen war ich ja diesen Sommer wirklich zu wenig.  Motiviert ging es in die Wechselzone wo ich mich auf den Wasserbuidon freute um kurz das Salzwasser abzuwaschen. (Schliesslich ist es nicht sehr angenehm einen Wolf zu bekommen auf dem Rad oder beim Laufen weil das Salz irgendwo ribscht..)

Nach einem gemütlichen aber nicht zu langem Wechsel war ich bereits auf meinem Tri Rad unterwegs auf der ersten der drei anspruchsvollen Runden auf dem Rad.

Kaum einen Meter ist flach. Entweder geht es hinauf oder hinunter. Die Beine fühlen sich nicht mal schlecht an, zumindest zu Beginn. Zu fest pushen wollte ich trotzdem nicht, aber so ein wenig drücken wird wohl schon drin liegen. Auf dem kurzen Stück wo es zu einem Dorf hinauf und anschliessend wieder den gleichen Weg hinunter ging konnte man ganz gut die Athleten vor einem zählen. Position 8! WOW... Doch besser unterwegs als gedacht.

Flowing und mit einigem Druck ging es in der ersten Runde hinauf und hinunter, dem Küstenverlauf folgend. Langsam kam Wind auf. Mit einer guten Zeit beendete ich die erste Runde, musste dann auf der 2. Runde etwas Tempo rausnehmen, war aber kaum der Einzige, denn Überholt wurde ich gerade vorn 2 Personen. Auf dem 2. Drittel der zweiten Runde fingen die Beine leider bereits etwas zu feuern an, aber Ignorieren sagte ich mir und drückte weiter, Wattmässig war es aber definitiv nicht mehr mit der ersten Runde zu vergleichen. Entsprechend büsste ich Zeitlich auch gute 5min im vergleich zur ersten Runde ein. Die 3. Runde wurde dann nicht nur wegen meinen Beinen, sondern auch aufgrund des Windes, der natürlich schön entgegen der Fahrtrichtung blies zum Kampf.

Vor allem aber die Oberschenkel und allem Voraus der Hüftbeuger machten mir die letzte Rad Runde aber zum Kampf und ich freute mich auf jede noch so kleine Abfahrt um mal kurz den Druck aus den Pedalen nehmen zu können. Mit nochmals 10min mehr Zeitverlust zur 2. Runde oder 15min länger als bei der ersten Runde beendete ich die Radstrecke dann doch noch als 12 bester Athlet.

Mittlerweile war das Wetter auch schon ganz schön heiss geworden und ich freute mich auf die 2. Waserflasche in der Wechselzone. Leider lag der Wechselzonensack aber die ganze Zeit an der Prallen Sonne, was zur Folge hatte, dass die Wasserflasche fast siedendes Wasser hatte, das selbst um sich zu netzen fast zu Warm war. Halb so schlimm, kurz nach dem Wechsel kam ja bereits die erste Verpflegung.

Aber waren die Beine bereits schwer und weich... und der Hüftbeuger tat auch schon ordentlich weh... Das wird ja ein interessantes Rennen mit solchen Beinen, aber es sind ja nur noch 40km oder 6 Runden :-/  dachte ich mir. Erstaunlicherweise ginge es nach 2-3 etwas besser und die erster 7km Runde war ganz OK, auf der 2. Runde kam der Hüftbeuger aber wieder gang schön heftig... nur nicht laufen war mein Gedanke, mit Cola (was ich normalerweise erst die letzten 10-12km nehme) versuchte ich mich etwas gegen das Gefühl laufen zu müssen anzukämpfen und nur bei den Verpflegungsposten kurz zu laufen.

Der Pace wurde trotzdem etwas länger und die Schrittlänge grösser (zu gross). Das Ziel mit einem Marathon in unter 3:30 am Elbaman wurde aber eindeutig nicht mehr realisierbar. Der Hüftbeuger tat mir zu fest weh und ich konnte das Bein nicht mehr ohne dass es schmerzte hochheben. Es ist immer noch meine Freizeit und irgendwie auch Ferien, deswegen sollte es ja nicht nur ein Leiden sein und verdienen tue ich auch nichts, also laufen wir eben ein Stück... so ging es mit den Muskeln wieder etwas, mal Laufen, mal Joggen im Wechsel. Auf der 3. Runde wurde von einem lokalen Einwohner gesüssten Kaffee angeboten, da konnte ich nicht nein sagen ;-) war im Fall super *g*.

Irgendwie habe ich es dann auf die 6. Runde und zum letzten Wendepunkt geschafft wo mich ein Sanitäter irgend was fragte, was vermutlich hiess ob es noch gehe und dass ich nicht so gut aussehe... Ich sagte „last lap, just finish“ und „torkelte“ weiter in Richtung Ziel...

Zwar auf den Felgen und mit einer Beinmuskulatur die komplett zu gemacht hat und wohl kurz vor dem versagen war, aber irgendwie trotzdem happy, denn trotz zeitweiligem Leiden ist dieser Event doch immer wieder schön und einer der schönsten, wenn nicht gar der schönste den ich bis jetzt gestartet bin.

Dank dem Adrenalin das ich auf den letzten 2km verspürte und der Gewissheit, dass das Ziel bald kommt gingen die Beine auf dem letzten Kilometer wieder wie von selber und ich konnte nochmals aufdrehen womit ich noch einer oder 2 Athleten überholen konnte. Auf der Zielgeraden sah ich nochmals einer vor mir, war aber ganz schön am Limit. Sybille, die an der Zielgeraden stand rief ich zu, dass ich vermutlich jemand im Ziel brauche der mich stützt und drückte nochmals voll in die Eisen nach dem alles oder nichts Prinzip. Der etwas überraschte Athlet vor mir versuchte mitzuziehen und mit einem spannenden Finish Sprint konnte ich ihn doch noch überholen und wurde am ende Overall 9ter am Elbaman 2015

Zum Glück hatten diverse andere Athleten auch recht Probleme, sonst wäre meine Laufzeit von 3:53.XX kaum die 25te Laufzeit Overall geworden.

In meiner Age Group reichte es damit sogar (für mich erfreut überraschend) auf dem 2. Platz.

Verdient ging es nach dem Auschecken und Duschen fein Essen und Montags nach der Rangverkündigung bereits wieder heimwärts in Richtung Schweiz, schliesslich geht es mit der Arbeit heute Dienstag wieder weiter.

Eins ist aber sicher, nächstes Jahr werde ich voraussichtlich wieder am Start auf der wunderbaren Insel am gut organisierten Elbaman sein. Herzlichen Dank auf jeden Fall an die Organisatoren sowie auch meine Supporter und Sponsoren :-) 

Jetzt heisst es aber erst mal Triathlon Saisonpause und bald auch 4-6 Wochen komplette Pause und erholen und für die Prüfungen lernen sowie langsam aber dafür sauber die Form für die Saison 2016 anfangen aufzubauen

 

PS: Jemand im 2016 auf Elba mit dabei ?

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;-)

 

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